Ausstellungen

15.10. – 21.11.2026
Andrea Krappitz
BLATTWERK II – Studien der Verwandlung
Vernissage: Donnerstag, 15. Oktober 2026, 19 Uhr
Die besondere Leidenschaft von Andrea Krappitz gilt den Eigenheiten von Pflanzen – insbesondere Zimmerpflanzen mit ihrem nostalgischen Charme: Gummibäume, Kakteen und Orchideen stehen im Mittelpunkt ihres künstlerischen Interesses. Die subtilen Nuancen von Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe, Nähe und Ferne sowie Glanz und Mattheit entfalten Stimmungen, die die Künstlerin in ihren Werken festhält. Durch die starke Vergrößerung des Bildausschnitts werden Details sichtbar, die sonst kaum wahrgenommen würden. Das Unscheinbare entfaltet eine neue Ästhetik, Eleganz und Bedeutung.
Sorgfältig gewählte Farbkontraste und Struktursysteme verfremden natürliche Farben und Formen auf expressive Weise. Durch die Lasur mehrerer dünner Farbschichten entsteht eine Tiefenwirkung, die die Blätter scheinbar plastisch aus dem Bild ragen lässt. Verwandlung zeigt sich so als bildnerischer Prozess, der Wahrnehmung neu ordnet. Die Künstlerin möchte mit ihren Bildern – als „Fenster ins Grüne” – eine unbeschwerte, anregende Atmosphäre vermitteln und den Betrachter einladen, an der Wunderwelt der Natur teilzuhaben.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Kakteen-Skulpturen, die eine ironische Utopie entwerfen: industriell gefertigte Zimmerpflanzen, die nicht wachsen, nicht verwelken und kein Wasser benötigen – perfekt, berechenbar, reproduzierbar. Hinter dieser Perfektion schwebt jedoch eine Frage: Welche Gesellschaft erschaffen wir, wenn selbst unsere Pflanzen künstlich werden? Die Skulpturen spiegeln die Sehnsucht nach Natur in einer Welt wider, die zunehmend von Materialien geprägt ist, die länger leben als wir selbst.
Finissage: Samstag 21. November 2026, 14 Uhr
Öffnungszeiten der Galerie:
Donnerstag 17-19 Uhr und Samstag 11-15 Uhr
Sonderöffnungszeiten während der Chrysanthema:
Donnerstag 14-19 Uhr, Freitag 14-17 Uhr, Samstag und Sonntag 11-16 Uhr
und nach Vereinbarung unter 0157 3372 5041


03.09. – 10.10.2026
Chodja Sediq
Marmor ohne Stein
Vernissage: Donnerstag, 3. September 2026, 19 Uhr
Was ist Marmor, wenn kein Stein ihn trägt? In den Arbeiten von Chodja Sediq ist er Farbe, Schicht, Geste – und am Ende: reines Bild. Der Titel dieser Ausstellung ist kein Widerspruch, sondern eine Einladung, das Vertraute neu zu denken.
Sediq arbeitet mit kunstvollen Marmorimitationen, die aus eingefärbten Gipsschichten entstehen. Durch Spachteln, Schleifen und Polieren erzeugt er jenen charakteristischen Glanz, der den Betrachter zunächst täuscht – und dann fasziniert. Denn was wie Stein wirkt, ist das Ergebnis eines höchst malerischen, zutiefst handwerklichen Prozesses. Seine Skulpturen folgen einer klaren Formensprache, die er durch Farbe und Struktur immer wieder neu befragt. Und dort, wo die Technik ins Bildhafte übergeht, öffnen sich Landschaften: Felder, Himmel, ferne Berge – Orte, die es nicht gibt, und die man dennoch zu kennen glaubt.
Marmor ohne Stein zeigt, wie eine alte Technik in zeitgenössischer Hand zu etwas Eigenem wird – zu einer Welt aus Oberfläche und Tiefe, aus Illusion und Wirklichkeit.
Finissage: Samstag, 10. Oktober 2026, 14 Uhr
Das sagt die Presse:
„Chodja Sediq arbeitet Farbpigmente in die auf Sand, Zement und Harz basierende Rohmasse ein. Er knetet seinen „Brotteig“ durch und formt daraus Plastiken, die immer wieder mit einer Formensprache überraschen, die sich so nicht mit dem Meißel aus Naturstein herausarbeiten lässt. … Die Herstellung der Bilder ist noch einmal um einiges komplexer. Hier ist assoziatives Denken auf einer räumlichen Ebene erforderlich. … Chodja Sediq besetzt mit seinen Bildern ein künstlerisches Feld, das ihm bis heute allein zu gehören scheint.“
Jürgen Haberer in der Lahrer Zeitung vom 23.09.2026
Öffnungszeiten der Galerie:
Donnerstag 17 – 19 Uhr und Samstag 11 – 15 Uhr
Sonderöffnung: Sonntag, 11. Oktober 2026, 11 – 15 Uhr
und nach Vereinbarung unter 0157 3372 5041



09.07. – 15.08.2026
Thomas Lefeldt
Klang und Stille
Vernissage: Donnerstag, 9. Juli 2026, 19 Uhr
Die Malerei des Kirchzartener Künstlers Thomas Lefeldt steht in der Tradition des „Informel“, ist aber in ihrem naturbezogenen Erscheinungsbild und ihrer materialbetonten Oberflächenbeschaffenheit einer freien Gegenständlichkeit näher als der abstrakten Kunst. Dem Malprozess gehen oftmals Fotostudien von Mauerstrukturen, Gesteinsformationen und Felswänden, Fassaden und Türen, Wasserspiegelungen und Teichvegetationen voraus, mit deren Hilfe der Künstler die Themen seiner Malerei immer wieder neu formuliert.
Die Werke sind weniger als Abbild denn als Erfahrungsraum zu begreifen. Mit ihren Spuren, Überlagerungen und fragmentarischen Strukturen verweisen sie auf Zeitlichkeit und Veränderung, auf Prozesse des Erinnerns, der Transformation und der inneren Wahrnehmung. Thomas Lefeldts Malerei entwickelt dabei eine poetische Dichte, die zwischen Intuition und Reflexion vermittelt.
Finissage: Samstag, 15. August 2026, 14 Uhr
Das sagt die Presse:
„Als Musiker hat er das akademische System durchlaufen und Spuren als Konzertpianist, Hochschulpädagoge und Klavierlehrer hinterlassen. Als bildender Künstler ist er einen anderen Weg gegangen. Thomas Lefeldt, 1949 in Hamburg geboren, hat sich hier autodidaktisch, auf einer sinnlichen Ebene angenähert und über Jahrzehnte in die Materie eingearbeitet. Abstrakte Malerei im Spannungsfeld von Geste und Bildkomposition, aber auch fotografische Exkursionen, die den Fokus auf die Beschaffenheit des Motivs, die Struktur seiner Oberfläche legen. Der kreative Output in der Musik und der Kunst sind am Ende eine interdisziplinäre Leidenschaft mit philosophischem Unterbau.
Thomas Lefeldt … spürt auch in der Malerei dem nun als Ausstellungstitel verwendeten Kontrast zwischen „Stille und Klang“, den von der Musik vertrauten Begriffen Komposition und Improvisation nach. Es geht nicht darum, ein erkennbares Motiv abzubilden, eine gegenständliche Aussage zu treffen und zu transportieren. Es geht vielmehr um das Bild als Material- und Zeitgedächtnis, in das Öl und Pigmente, collagenhaft Karton und Papierfragmente eingearbeitet werden, überlappende Farbschichten und Oberflächenverletzungen auf im Entstehungsprozess verortete Zufallsspuren treffen. Thomas Lefeldt spielt dabei durchaus auch mit starken Kontrasten, vermeidet aber weitestgehend grelle Farben, um die Poesie des optischen Klangs, die innere Stille im Akt des Betrachtens nicht zu stören.“
Jürgen Haberer in der Lahrer Zeitung vom 14. Juli 2026



28.05. – 04.07.2026
Karin Domanowsky
habitate
Vernissage: Donnerstag, 28. Mai 2026, 19 Uhr
Die präsentierten Arbeiten von Karin Domanowsky widmen sich verschiedenen Lebensräumen von Mensch und Tier. Die Arbeiten sind keiner bestimmten Region zuzuordnen, sondern bestehen aus Fragmenten verschiedener Orte, die zu neuen Bildwelten zusammengesetzt wurden. Der Künstlerin geht es dabei vor allem um die Vermittlung von Stimmung und Atmosphäre sowie dem Gespür für die Ästhetik unserer natürlichen Lebensräume.
Finissage: Samstag, 4. Juli 2026, 14 Uhr
Das sagt die Presse:
„Der Ausstellungstitel „Habitate“ verweist auf eine künstlerische Auseinandersetzung mit Lebensräumen und Biotopen. Dabei offeriert er aber Blickwinkel, die den Betrachter beim Rundgang durch die Galerie des Kunstvereins „L’art pour Lahr“ immer wieder
herausfordern. Es geht nicht um biologische Definition oder Eingrenzung. Karin Domanowsky zeigt auch Omas Bügelbrett, das als Malgrund entfremdet im Schaufenster hängt, schlägt im Hauptraum der Galerie mit einer übermalten Europakarte auf: mehr als drei Quadratmeter Malgrund, auf dem winzige Fragmente des Kontinents noch immer sichtbar aufblitzen. Das Gemälde selbst, eine gestische Landschaft, ein angedeutetes Berg- oder Wolkenpanorama, in das sich auch Häuser und ein winziges Segelschiff verirrt haben, übertüncht das einst im Schulbetrieb genutzte Kartenwerk nur lückenhaft. (…) Karin Domanowsky imaginiert und löst auf, lässt die Grenze zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei immer wieder verschwimmen. (…) Sie spielt mit der Öffnung hin zu reinen Erfahrungsräumen, reflektiert kritisch unseren Umgang mit menschlichen und tierischen Habitaten.“
Jürgen Haberer in der Lahrer Zeitung vom 10. Juni 2026


16.04. – 23.05.2026
Celso Martínez Naves
claroscuro
Vernissage: Donnerstag, 16. April 2026, 19 Uhr
Die Arbeiten von Celso Martínez Naves sind geprägt von einer tiefen, fast zeitlosen Stille. In seinen Ölgemälden widmet er sich urbanen und industriellen Räumen – Häfen, Flughäfen, nächtlichen Stadtansichten oder weiten Landschaften –, die meist menschenleer und in das sanfte Licht der Morgendämmerung oder die geheimnisvolle Dunkelheit der Nacht getaucht sind.
Es gibt in seinen Bildern keine grafische Härte, keine gestochen scharfen Konturen. Stattdessen schafft Celso Martínez Naves durch den meisterhaften Einsatz der Luftperspektive, das gezielte Spiel mit Licht und Schatten, den fein abgestimmten, stimmigen Farbklang und die Wahl der Bildausschnitte neue Bildwelten. Er geht von realen Motiven aus, löst sie jedoch aus dem Momenthaften heraus und verleiht ihnen eine neue realistische, suggestive Kraft.
Finissage: Samstag, 23. Mai 2026, 14 Uhr
Öffnungszeiten der Galerie: siehe unten
Sonderöffnung am Sonntag, 10. Mai 2026, 11 – 13:30 Uhr


19.02. – 28.03.2026
Karin Hirschle
ZU_FLUCHTEN
Eine künstlerische Spurensuche zwischen Schutzraum und Entwurzelung
Vernissage: Donnerstag, 19. Februar 2026, 19 Uhr
Eine Einführung in die Werke gibt Debra C. Schröter
Die Ausstellung ZU_FLUCHTEN setzt sich intensiv mit der schmerzhaften Spannung zwischen rettender Zuflucht und dem Trauma der Flucht auseinander. In einem dichten Parcours aus Malerei, Studien und einer begehbaren Installation führt die Schau durch vier Themenräume, die den Bogen vom historischen Mauerfall bis zur Zerstörung kindlicher Geborgenheit spannen.
Der Rundgang beginnt mit der Systemgewalt des 9. November 1989, als die Statik der Macht der Dynamik der Freiheit wich. Es folgt die Auseinandersetzung mit der Pandemie-Isolation – ein „Zustand des Dazwischenseins“, der die Frage nach inneren Rückzugsorten stellt. Wo gesellschaftliche Systeme versagen, wird die Natur als archetypischer „Unterstand“ und stiller Zeuge thematisiert.
Den emotionalen Höhepunkt bildet der radikale Bruch in der „Sperrzone Kindheit“. Hier trifft buntes Spielzeug auf militärische Gewalt, wodurch das traumatische Vakuum physisch erfahrbar wird. Die finale Installation „Zwischen den Welten“ löst schließlich die Grenze zwischen Kunst und Realität auf. Die gezeigten Studien menschlicher Füße unterstreichen dabei die Kernbotschaft der Ausstellung: In der Zuflucht bleibt kein Platz für Ballast; man trägt nur die eigene, verletzliche Existenz in das Ungewisse.
Finissage: Samstag, 28. März 2026, 14 Uhr
Die Künstlerin ist während den Öffnungszeiten anwesend.
Karin Hirschle: Tel. 0151 6144 8355
Das sagt die Presse:
„Eine Rauminstallation mit den Porträts ihrer Enkel taucht ein in die Unbeschwertheit der Kindheit, eine bunte Spielzeugwelt, in der als Vorbote bereits das aus den Nachrichten vertraute Modell einer Kriegsdrohne kreist. Das Ende der Kindheit wird durch ein einziges Bild symbolisiert: Der Teddybär hat ausgedient, er hängt an einem Strick neben der Tür zum Kinderzimmer.
Die Umbrüche in der Welt der Erwachsenen lassen sich oft nicht so einfach festzurren. (…) Die Frage, was am Ende einer Flucht wartet, wird auf unterschiedlichen Ebenen beantwortet: Ein Stillleben mit einem Tisch und zwei Stühlen, eine vage, inhaltsleere Skizze der Zukunft. Eine morsche Hütte im Wald, symbolträchtig und verheißungsvoll und doch nicht mehr als ein Provisorium.“
Jürgen Haberer in der Lahrer Zeitung vom 2. März 2026



08.01. - 14.02.2026
Frank Altmann
I like birds (mixed media)
Vernissage: Donnerstag, 8. Januar 2026, 19 Uhr
Frank Altmann blickt zurück. Zurück auf die Zeit vor rund hundert Jahren, als die Moderne gerade ihre volle Fahrt aufgenommen hatte. Denn die Moderne hat es ihm angetan, ist sie doch die Epoche, die unsere Zeit stärker geprägt hat als jede andere davor oder danach. Und so nähert er sich ihr auf unterschiedlichste Weise in seiner künstlerischen Arbeit, beschäftigt sich mit ihren Überzeugungen und Grundlagen und mit unserer Vorstellung von ihr.
Für eine seiner Werkreihen durchforstet er etwa Bibliotheken und Archive nach Werken noch früherer Epochen, immer auf der Suche nach jenem Detail, das auch als moderne Kunst funktionieren könnte. Für weitere Werkreihen verwandelt er Gemälde der klassischen Moderne in Versuchsanordnungen für Tiere oder untersucht die Systematiken von alten Druckerei-Setzkästen auf ihr Bildpotential und ihre strukturelle Nähe zu konkreter Kunst.
Finissage: Samstag, 14. Februar 2026, 14 Uhr
Der Künstler ist am 10.01., 17.01., 24.01., 31.01.2026
sowie bei der Finissage am 14.02.2026 anwesend.
Das sagt die Presse:
„Auf den ersten Blick erinnern seine Vogelhäuser an kommerzielle Kuckucksuhr-Designobjekte, die künstlerische Strömungen der Vergangenheit aufgreifen. Auf den zweiten Blick jedoch merkt man: da steckt mehr dahinter. Altmanns kantige Kästen greifen die Form- und Farbsprache von Kasimir Malerisch und Piet Mondrian auf … Ist das nur ein lustiges Zitat der so ernsten und grundsätzlichen Moderne, die vor hundert Jahren die Kunstwelt erschütterte? Eine postmoderne Spielerei? Dass mehr dahinter steckt, beweist schon die Konsistenz, mit der Altmann sich mit früheren Kunstformen befasst, und die Vielschichtigkeit der Bezüge, die er herstellt.“
Juliana Eiland-Jung in der Badischen Zeitung vom 10. Januar 2026

